Finanzierung eures Musikprojekts? Crowdfunding mit Startnext!- Teil 1: Lernen von Amanda Palmer

Das Dilemma: Seit Monaten liegen jede Menge fertige Songs in der Schublade, ihr probt und probt und alles sitzt. Bereit fürs Studio? Die Band schon…aber das Loch in der Kasse ist der kleine, dicke Bruder des Mariannengrabens!

 

Vermutlich erging es Amanda Palmer, ehemalige Sängerin der Dresden Dolls, nicht viel anders. Inzwischen stehen Palmer 1,2 Millionen US-Dollar an Budget zur Verfügung um ihr Album mit dem Grand Theft Orchestra, ein Buch und eine Tour zu realisieren.

 

Das Erbe einer reichen Tante in Übersee? Ein Fund in der Matratze vom Flohmarkt? Banküberfall?

 

Fast richtig! Amanda Palmer hatte auf der US-Plattform Kickstarter eine Crowdfunding-Kampagne initiiert mit dem Ziel: 100.000 US-Dollar. Nur hatte sich die Gute etwas verschätzt: Ihr Ziel wurde bereits nach mehreren Stunden durchbrochen, insgesamt unterstützten fast 25.000 Spender und Fans die Kampagne mit einem Gesamtbetrag von 1.192.793 US-Dollar. Schaut euch Amanda Palmers hervorragendes Pitch-Video zur Kickstarter-Kampagne an:

Hintergrund für die ungewöhnliche Maßnahme: Im April 2010 hatte sich Palmer nach langem Streit von ihrem Label Roadrunner Records getrennt, um ihre Kunst unabhängig ausüben zu können. Was die Musikerin vormacht ist für viele Bands Realität: Plattendeals sind immer schwerer zu bekommen, die Konditionen werden unangenehmer – und vielerseits wird Unabhängigkeit für Musiker von immer größerem Wert.

 

recordJet kooperiert mit Startnext, einer deutschen Crowdfunding-Plattform. Startnext ist in unseren Augen eine besondere Plattform, da sie wie wir Wert darauf legen, das Maximum für die Künstler herauszuholen. Zudem ist das Starten sowie das Unterstützen eines Projekts kostenlos.

 

Crowdfunding bedeutet nichts anderes als „die Masse finanziert ein Produkt“. Und wieso sollten sie das tun? Weil sie dadurch etwas Besonderes als Gegenleistung bekommen. Wir werden euch mit diesem Artikel beschreiben, wie ihr bei Startnext euer Musikprojekt zur Finanzierung durch Crowdfunding ausschreiben könnt. Natürlich sind Margen wie die von Amanda Palmers Kickstarter-Kampagne das Ergebnis intensiver Promo-Arbeit und auch auf die vorherige Bekanntheit der Künstlerin zurückzuführen („man kann nicht Crowdfunding ohne Crowd“) und sollten nicht als Vergleichswert dienen. Trotzdem schlummert im Crowdfunding gerade für Musiker ein großes Potenzial, denn eine große Zahl der auf Crowdfundingplattformen finanzierten Projekte sind Musikprojekte.

 

Und wie funktioniert das Ganze? So:

– Zur Vorbereitung erarbeitet ihr einen detaillierten Projektplan. Wieviel wird das Ganze (realistisch!) kosten, und wieviel können wir realistisch finanziert bekommen? In welchen Kanälen können wir auf die Finanzierungs-Kampagne aufmerksam machen, und wie? Welche Gegenleistungen können wir den Unterstützern geben? Je mehr Gedanken ihr euch im Vorfeld macht, desto erfolgreicher kann die Kampagne sein.

 

– Erarbeitet eine Projektdarstellung, um mögliche Förderer für euer Projekt zu interessieren. Dazu gehört nicht nur eine detaillierte Projektbeschreibung inklusive Projektplan, Grafiken und Profilbild, sondern auch die Darstellung sinnvoller Dankeschön-Pakete (z.B. Gratis-Songs per Email, spezielle Remixes, Preorder des Albums, handsignierte CDs, Wohnzimmerkonzerte, etc.) und ein ansprechendes Pitchvideo. Schaut euch das Startnext Pitch-Video des Barden Ranarion (Sören Vogelsang, mit seiner Band „Das Niveau“ auch recordJet Passagier) als Inspiration für eine charmante und ansprechende Projektpräsentation an (Finanzierung zu 128%):

Bisher war alles Vorbereitung. Nun geht euer Projekt an die Öffentlichkeit. Anfangs könnt ihr eure Projektdarstellung noch bearbeiten, um Feedback von Fans und Interessenten einzuarbeiten. Sobald das Projekt in die Finanzierungsphase geht, ist dies nicht mehr möglich, also nutzt die Startphase gut. Um in die Finanzierungsphase zu gelangen, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, wie z.B. eine Mindestanzahl an Fans entsprechend des benötigten Budgets, Verknüpfung eures Profils mit einem Konto bei der Fidor-Bank, etc.

 

 

To be continued: Im zweiten Teil geht’s um die heiße Finanzierungsphase…und was passiert eigentlich mit dem Geld, wenn sich das Projekt nicht finanzieren lässt?

 

3 Antworten zu “Finanzierung eures Musikprojekts? Crowdfunding mit Startnext!- Teil 1: Lernen von Amanda Palmer”

  1. […] Im ersten Teil dieses Artikels haben wir euch den erfolgreichen Crowdfunding-Case von Amanda Palmer … und erklärt, was ihr tun müsst, um auf Startnext euer Musikprojekt auf ähnliche Weise zur Finanzierung auszuschreiben. Im zweiten Teil schauen wir uns die heiße Phase an: Die Finanzierung – und was passiert, falls es nicht klappt. […]

  2. […] ist als Finanzierungsmethode für Projekte im Kultursektor derzeit heiß diskutiert. In unserer Mini-Serie im recordJet Blog haben wir euch das Erfolgsbeispiel von Amanda Palmer vorgest… und dargelegt, wie ein optimales Crowdfunding-Projekt aufgebaut sein […]

  3. […] Arm gebrochen hat? In den News-Bereich. Ihr habt ein neues Video fertig? Ab in den News-Bereich. Ihr startet eine Crowdfunding-Kampagne für die Produktion eures nächsten Albums? Natürlich in den […]

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