Der Captain empfiehlt: Bandmarketing 2.0: Promo auf Facebook

Birds do it
Bees do it
Even educated fleas do it
(Ella Fitzgerald)

 

Jeder tut es, wie die gute Ella schon wusste: Hersteller von Bier, Windeln, Kaugummi, auch Comedians und Yogastudios – alle promoten ihre Marken, ihre Services und ihre Produkte in den sozialen Netzwerken, allen voran Facebook.

 

Marketing für kleinere Bands und Musiker wird von den Labels (trotz Plattenvertrags) schon seit längerer Zeit oft aus Kostengründen nicht mehr oder nur in reduziertem Rahmen übernommen. Für Kunden von Content Aggregatoren, die ihr Marketing sowieso selbst in die Hand nehmen, ist die Frage der effektiven und kostengünstigen Selbstpromotion sowieso ein wichtiges Thema. Zum Glück ist es im goldenen Internetzeitalter zu Zeiten von Social Networks nicht mehr allzu schwierig, mit geringen Mitteln große Reichweite zu schaffen. Jahrelang war MySpace the platform to be für Musiker und Bands – im Jahre 2011 kann man MySpace jedoch getrost als totes Pferd bezeichnen. Bandmarketing in Social Media hat sich eindeutig in Richtung “Großes F” verlagert.

 

Voraussetzung: Mini-Masterplan

Ja, Facebook – mal wieder. Doch auch hier ist es nicht damit getan, husch-husch eine Seite anzumelden, ein paar Fotos hochzuladen und den Fans sporadisch mal “Hallo” zu sagen. Nun gut, ihr könnt das Experiment wagen, jedoch wird sich das vermutlich kaum positiv in der Zahl eurer Downloads niederschlagen. Als Band müsst ihr natürlich keine ausgefeilte Social Media Strategie fahren, aber mit einem kleinen Mini-Masterplan könnt ihr aus eurer Facebook-Seite viel mehr rausholen.

 

René Pickhardt ist verantwortlich für das Bandmarketing von In Legend. In seiner zweiteiligen Serie “Tipps für Musiker auf Facebook” auf allfacebook.de (Teil 1 / Teil 2) unterstreicht er den größten Vorteil von Facebook für das Bandmarketing: “Informationen können sich auf Facebook schnell und viral verbreiten”. Jedoch sei es nötig, sich beim Facebook-Marketing von den Mustern des klassischen Musikmarketings zu verabschieden: “Früher war es vor allem in der Musikindustrie hip, Sachen geheim zu halten oder rar zu machen und nur allerbeste Qualität zu veröffentlichen. Bei der Bandpromo auf Facebook – genau wie in vielen anderen Bereichen des Internets – ist hingehen eine lockere Herangehensweise wichtig.”

 

Content is Bandmarketing-King

Als wichtige Orientierungshilfe nennt René die Faustregel: “Welche Info von meiner Lieblingsband würde ich sofort mit all meinen Freunden teilen?” Dabei ist darauf zu achten, dass die geposteten Inhalte so interessant sein sollten, dass sie möglichst hohe Interaktionsraten (Kommentare und Likes) erzielen – sonst greift der Facebook Edgerank, der den Rang der Seite abstuft und damit die Häufigkeit des Auftauchens eurer News in den Feeds der Fans herabsetzt. Gleichzeitig gilt die Regel: Facebook ist kein Hochglanz-Magazin: Beispielsweise kommen kommentierte Handy-Schnappschüsse von der Tour, von Auftritten oder im Tonstudio bei Facebook-Fans gut an, denn sie signalisieren Nähe zu den Fans und erlauben Ihnen einen kleinen Einblick in das Privatleben der Band. Der Spagat zwischen “Nah am Fan” und “Relevanz” sollte mit der Faustregel gut zu schaffen sein.

 

Fanpost 2.0

Nicht nur das regelmäßige Posten von Inhalten, sondern auch die Interaktion mit den Fans ist ein wichtiger Bestandteil des Facebook-Marketings. Facebook-Kommentare sind die Fanpost der Neuzeit und wollen natürlich beantwortet werden (was zum Glück auch viel komfortabler und schneller geht, als auf dem Postweg). Auch der Einsatz der Poll-Funktion und die Interaktion während einer Tour (z.B. “wo gibts in Kassel den besten Döner?”) sind Funktionen, die gut angenommen werden.

 

Crowdsourcing: Fans mithelfen lassen

Facebook ist aufgrund seiner Interaktivität bestens geeignet, sich das kreative Potenzial und die Schwarmintelligenz der Fans zu Nutze zu machen. “Crowdsourcing ist schon lange eines der Buzzwords im Web 2.0 welches sich aber für Bands auch einfach anwenden lässt. Einige Künstler lassen ihre Fans abstimmen, wie die neue Homepage aussehen soll, welches Cover ausgewählt wird oder nutzen Inhalte die Fans produziert haben auf der Homepage”, so Pickhardt.

 

Das Facebook 12-Schritte-Programm

Zusammenfassend empfiehlt Pickhardt die folgenden 12 Tipps fürs Bandmarketing auf Facebook. Nicht alle sind für jeden Band oder jeden Künstler geeignet, also pickt euch die schönsten und für euch passendsten raus:

 

1. Fans mit exklusiven Premium-Inhalten anlocken
2. Inhalte zuerst im Newsletter veröffentlichen, dann auf Facebook (mit Link zur Homepage)
3. Interaktionen von Fans belohnen und “fannah” sein
4. Kurze, knappe Inhalte auf Facebook bringen
5. Gewinnspiele – bringen Fans
6. Die Fans nicht mit Kaufaufforderungen nerven, sondern unterhaltsam sein
7. Mit anderen Künstlern kollaborieren
8. Fans am künstlerischen Prozess beteiligen
9. Die Event-Funktion von Facebook nutzen (für Tour- und Releasetermine, Fanclubtreffen, TV-Auftritte, etc.)
10. Facebook als Tourtagebuch nutzen
11. Facebook-Plugins auf der eigenen Homepage einsetzen
12. Auch offline wohldosiert auf Facebook hinweisen

 

Ausführliche Erläuterungen zu den 12 Punkten findet ihr in den Artikeln auf allfacebook.de (Teil 1 / Teil 2) – durchlesen lohnt sich.

 

3 Antworten zu “Der Captain empfiehlt: Bandmarketing 2.0: Promo auf Facebook”

  1. AntonIus sagt:

    Eine der wichtigen Sachen ist, Facebook nicht exklusiv zu nutzen sondern auch andere Kanäle weiter zu nutzen. Webseiten zB werden oft fallen gelassen, wenn man einmal in Facebook vertreten ist und das ist ein Fehler weil man so auch Fans ausschließt die kein FB haben.

  2. […] ist die Basis für eure Promo und im digitalen Zeitalter das Aushängeschild für eure Band. Eure Facebook-Page solltet ihr regelmäßig updaten und dabei einen möglichst bunten Medien-Mix verwenden, also neben […]

  3. […] ist die Basis für eure Promo und im digitalen Zeitalter das Aushängeschild für eure Band. Eure Facebook-Page solltet ihr regelmäßig updaten und dabei einen möglichst bunten Medien-Mix verwenden, also neben […]

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