3viertelelf – Interview mit unserem Passenger of the Month Juli 2015

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Wer bist du…

Wir sind 3Viertelelf- 3Viertel Männer, 1Viertel Frau, bestehend aus Philipp (Gesang), Christian (Gitarre), Lars (Keys) und Philipp (Schlagzeug).

 

3Viertelelf..wie kam es zu dem Namen?

Unser erstes Konzert als Band ohne Namen (und selbst die gibt es ja schon) war an einem Samstag Abend im Jahr 2013. Wir standen ein wenig unter Druck und sind bei Wein und Bier irgendwie auf unserer Stagetime 22:45 Uhr hängengeblieben. Außerdem rollt das so schön.

 

Wie kam es dazu, dass ihr angefangen habt Musik zu machen?

Angela: Da bei uns zuhause immer gesungen und musiziert wurde, ob Hausmusik oder in der Kirche, hat sich das früh manifestiert. Außerdem war mein großer Bruder nicht nur 10 Jahre älter und hatte coole Musikerfreunde, er war selber Musiker und ich wollte einfach unbedingt dazugehören, zu seiner Band. Das war so lässig.

Christian: Ein Kumpel von mir hatte ein Schlagzeug und ich eine Gitarre.

Lars: In der Grundschule, nach der Einschulung, haben sich 3 Lehrer mit Gitarre, Flöte und Keyboard aufgebaut, mit der Frage: „Kinder, was wollt ihr lernen?“ Für mich war sofort klar: Das mit den vielen bunten Knöpfen und Lichtern!! So fing alles an…

Philipp: In meiner musischen Familie war kreatives Schaffen Alltag, ich habe Musik gemacht, bevor ich überhaupt wußte, dass ich Musiker werden will. Mit Klavierunterricht fing es an als ich 12 war, das war mir dann aber schnell zu öde, ich habe lieber HipHop gehört und gerapt bis ich die Drums für mich entdeckt habe. Mein Onkel hatte ein Drumset und immer wenn ich konnte, hab ich mich rangesetzt und meine ersten Grooves gelernt. Ein Jahr später dann kam die erste Band und dann war die Sache mit der Musik und mir sowieso klar.

 

Warum und wie seid ihr bei record Jet gelandet?

Angela: Ich kenne record Jet schon fast von Anfang an. Ich habe die steile Karriere verfolgt und finde das Konzept grandios. Außerdem fühle ich mich persönlich mit den Menschen dahinter verbunden. Und ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass der Vertrieb die beste und günstigste Möglichkeit für junge und unabhängige Künstler ist ihre Musik zu vertreiben.

 

Welche Musik hört ihr privat am liebsten?

Angela: Burt Bacharach, James Hersey, Moloko, Sia, Major Lazer, Mapei

Christian: David Bazan, Turbostaat, Iron & Wine, Les Savy Fav

Lars:  Funk, Hip Hop, Motown…

Philipp: Ich höre alles was Herz und Seele hat. Jazz, Rock, Electro, Punk von mir aus, RnB, EDM, Klassik, egal. Wenn es mich berührt, ist es gut.

 

Wenn nicht Musik, was dann?

Angela: viel laufen – vor der Kamera rumhampeln, Kopf freimachen, Lesen und noch mehr Schreiben, am Klavier peinlich rumklimpern

Lars: Fussball spielen und gucken (viel Sport im Allgemeinen)

Philipp: Nach Musik kommt lange nichts. Dann Schreiben. Dann Dinge erschaffen, gestalten. Kreativ sein jedenfalls, egal in welchem Kontext. Mir Wissen aneignen, ich bin wie ein Schwamm, ich liebe Information, wenn mich etwas interessiert, dann versuche ich alles darüber herauszubekommen.

Christian: zeichnen, schlafen, reisen

 

Ihr seid sehr aktiv im Musikbusiness. Was ist eurer Meinung nach das größte Problem, und was das absolut coolste an der Musikindustrie von heute?

Angela: Puh das ist eine komplexe Frage. Das größte Problem ist dass wir uns in einer Grauzone befinden. Die Plattenkäufe sind rückläufig, aber die Verträge der Labels werden darauf nicht abgestimmt. Das Album und überhaupt die Musik an sich hat meiner Meinung eine Abwertung erfahren. Heute geht es eher um den Song oder um den Remix eines Songs. Die Songs die bei Spotify und Co. angeboten werden erzielen natürlich nicht die Erträge die früher einer CD gleichgekommen wäre. Gut ist es, das man als Künstler freier sein kann, wie zum Beispiel mit dem Vertrieb bei recordJet oder dem System Crowdfunding. Überhaupt hat das Internet einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Sicher, die Lieder können for free gestreamt werden, aber man kann auch auf Youtube, Facebook und Instagram Aufmerksamkeit erregen. Es ist einfacher da zu sein und was zu machen, auch wenn es natürlich unübersichtlicher wird bei der Fülle an Acts die jeden Tag auch noch da sind.

Das größte Problem ist, dass man erstmal die Schwierigkeiten überwinden muss, die uns die technologischen Entwicklungen der letzten 20 Jahre gebracht haben, besonders was die Auswertung der eigenen Werke angeht. Diese technologischen Entwicklungen sind aber gleichzeitig auch die große Chance, das Musikgeschäft so umzugestalten, dass Musiker und Publikum in direkterem Austausch stehen. Man kann so mit etwas Glück als Künstler gleichzeitig sehr erfolgreich und trotzdem unabhäng sein.

 

Wer sind eure Helden und warum?

Angela: Rosa Parks für ihre Courage, Hildegard Knef für die schneidenden ehrlichen Texte und alle Menschen, die ihr Feuer immer noch zu schüren wissen.

Christian: Zack de la Rocha: „It’s all about building up that rage, all that fear and shit that it takes to come out on stage!“

Lars: Muddi und Vaddi, wer sonst 😉

Philipp: Eigentlich jeder, der durch Gesten oder sonstwie zeigt, das der Mensch im Grunde ein gutes Wesen hat. Das kann der freundliche Gemüseverkäufer an der Ecke sein, der einen Gruß und ein Lächeln für jeden übrig hat oder jemand der dir unerwartet hilft. Leute die einem Mut geben und Inspiration. Das kann wirklich fast jeder.

 

Welche Platte habt ihr zuerst und welche zuletzt gekauft?

Angela: zuerst glaube ich Lauryn Hill „The Miseducation of Lauryn Hill“ und die letzte Platte war The Jooles über Crowdfunding.

Christian: die erste: Pedro the Lion „Big Trucks“. Die letzte: Atoms for Peace „Amok“

Philipp:  erste: Jamiroquai – Travelling Without Moving. Letzte: Laing – Nacht für Nacht

Lars: Die Erste: DJ Bobo – World in Motion  (peinlich). Die Letzte: Laing –Wechselt die Beleuchtung

 

Ihr habt den echten recordJet für einen Tag zur Verfügung . Wo würdet ihr hinfliegen und warum?

Angela: Kann mich gerade nicht im asiatischen Raum entscheiden aber Japan und China stehen ganz hoch im Kurs. Ich könnte jetzt sagen, wegen der Kultur, das auch, aber in erster Linie bin ich einfach ein Genussmensch und würde mich wegen des Essens am Meisten freuen.

Christian: Hawaii, weil ich mir da keine Gedanken mehr über warme Kleidung machen müsste.

Lars: Karneval in Rio, aber als Musiker!!!

Philipp: Vielleicht New York oder New Orleans um mal einen winzigen Eindruck davon zu bekommen, wie sich das Land anfühlt, in dem der Großteil der Musik, die wir feiern, zumindest Ihren Ursprung hat.

 

Erzählt uns euren Lieblingswitz:
Angela: Gehen zwei Zahnstocher durch den Wald. Kommt ihnen ein Igel entgegen. Sagt der eine Zahnstocher zu dem anderen Zahnstocher. „Ich wusste gar nicht, dass hier ein Bus langfährt.“

Christian: Ein Einwohner aus Stockholm fährt zur Entenjagd aufs Land. Als er eine Ente sieht, zielt er und schießt. Doch der Vogel fällt auf den Hof eines Bauern, und der rückt die Beute nicht heraus. „Das ist mein Vogel“, besteht der Städter auf seinem Recht. Der Bauer schlägt vor, den Streit, wie auf dem Land üblich, mit einem Tritt in den Unterleib beizulegen. „Wer weniger schreit, kriegt den Vogel.“ Der Städter ist einverstanden. Der Bauer holt aus und landet einen gewaltigen Tritt in den Weichteilen des Mannes. Der bricht zusammen und bleibt 20 Minuten am Boden liegen. Als er wieder aufstehen kann, keucht er: „Okay, jetzt bin ich dran.“ „Nee“, sagt der Bauer im Weggehen. „Hier, nehmen Sie die Ente.“

Lars: Da kann ich mich gar nicht entscheiden, vielleicht dieser: Zu welchem Arzt geht Pinocchio??  Zum Holz-Nasen-Ohrenarzt!!!

Philipp: äh…

 

Letzte Worte? Was möchtet ihr unbedingt noch sagen, was ihr bisher nicht loswerden konntet?

Angela: Ich bin sehr für das bedingungslose Grundeinkommen! Und ich hoffe dass wir wieder mehr auf Bäume klettern und weniger virtuell.

Lars: Irgendwann is halt auch alles gesagt 😉

Christian: „Er macht die Knöpfe fest und drückt sie rein. Wir können alles und alles können wir sein!“

Philipp: äh…

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