Der Captain empfiehlt: 10 Dinge, die jede gute Band-Homepage braucht!

In den vergangenen Monaten haben wir euch zahlreiche Tipps um die Ohren gehauen, wie ihr mit Hilfe von Social Media Tools wie Facebook oder Twitter eure Band digital optimal präsentieren und vermarkten könnt. Klar, im Jahr 2012 kommt keine Band ohne eine gut gepflegte Facebook-Page aus. Wir finden, dass ihr die Basics in Sachen DIY-Promo jetzt schon gut beherrscht. Also gehen wir noch einen Schritt weiter: Die eigene Band-Homepage!

 

Marc Weissenberger vom local heroes Radio hat einen sehr ausführlichen Essay mit dem Titel „Newcomer-Marketing (Essentials)“ herausgebracht. Wir präsentieren euch aus diesem lesenswerten Werk die Basics über Band-Homepages und empfehlen euch natürlich auch die Lektüre des Originals.

 

Die Technik – Automatik vs. selbstgemacht

 

Um eine professionelle Band-Homepage zu erstellen, ist es leider notwendig, dass ihr euch zumindest in die Grundlagen des Webdesigns einarbeitet, sprich: HTML und CSS. Auch für Homepage-Baukastenprogramme wie iWeb sind diese überaus nützlich wenn es um das Feintuning geht – vergleichbar etwa mit den Presets in einem Musikprogramm. Man bekommt zwar damit einen schönen Sound, aber wenn man nicht wie jeder klingen möchte, sollte man an den Reglern drehen, um zumindest etwas Individuelleres erstellt zu haben. Vermutlich hat aber jede Band jemanden im Bekanntenkreis, der sich zumindest rudimentär damit auskennt.

 

Ein mögliches webbasiertes Tool ist das relativ neue WordPress Music. Damit könnt ihr euch auf relativ einfache Weise eine Seite zusammenbasteln, die alles enthält, was eine Bandhomepage braucht (siehe unten). Der Haken: Es kostet. So berechnet WordPress für eine individuelle Domain 13$/Jahr. Die Möglichkeit, das Design individuell anzupassen, gibt’s ab stolzen 30$/Jahr.

 

Also: Wer keine Ahnung hat (oder keine haben will) muss leider zahlen oder zurückstecken, denn alles, was WordPress Music mit ein paar einfachen Klicks gegen Cash anbietet, kann man sich mit den nötigen Kenntnissen auch kostenlos selbst bauen. Hierzu müsst ihr lediglich WordPress auf einem eigenen Webspace zu installieren. Manche Webhoster bieten sogar 1-Klick-Installationen ohne Aufpreis an. Die zahllosen kostenlosen Designs und Plugins könnt ihr nach Belieben anpassen und verändern, so dass ihr ein sehr individuelles Ergebnis erreichen könnt.

 

Wir finden: Es lohnt sich, sich in webdesignerische Grundlagen einzuarbeiten. Ressourcen gibt es dazu im Internet zu Hauf. Außerdem macht es Spaß, kostet jedoch auch etwas Zeit. Dennoch könnt ihr sicher sein, dass ihr so genau das Ergebnis bekommt, das ihr euch vorstellt und keine Kompromisse eingehen müsst, weil euer Budget oder euer Tool an seine Grenzen gestoßen sind – oder ihr das Tool nicht versteht. Also, auf gehts ans Werk:

 

 

Die Inhalte – 10 Dinge, die jede gute Band-Homepage braucht!

 

1. Layout/Design:
Es sollte selbstverständlich sein, sollte aber der Vollständigkeit halber erwähnt werden: Das Design und die Optik eurer Band-Homepage sollte eurem Bandnamen angepasst sein. Die Pop-Band „Die Barbies“ gestaltet ihre Homepage mit Sicherheit anders als eine Death-Metal Band – und das völlig zu Recht. Wir sprechen hier (polemisch gesprochen) vermutlich von pinkfarbenen Sternchen und Herzchen vs. einer dunkelrot-schwarzen Farbgebung mit Totenköpfen und verzerrten Fratzen. Eure Band-Homepage ist euer visuelles Aushängeschild und sollte zu eurem Genre, zu eurem Bandnamen und zu eurer Selbstwahrnehmung passen. Schließlich festigt ihr damit auch euer Image.

 

2. News-Bereich (Auftritte, Releases, Studiotermine, etc.)
Einer der wichtigsten Bestandteile eurer Band-Homepage ist der News-Bereich. Dort kommt alles rein, was gerade aktuell und für die Fans von Belang ist. Die Auftritte der nächsten Wochen müssen abgesagt werden, weil sich der Schlagzeuger beim Skifahren den Arm gebrochen hat? In den News-Bereich. Ihr habt ein neues Video fertig? Ab in den News-Bereich. Ihr startet eine Crowdfunding-Kampagne für die Produktion eures nächsten Albums? Natürlich in den News-Bereich.

 

3. Tourdaten mit aktueller (!) Gig-Liste und Möglichkeit zum Ticketkauf (oder Kontaktadresse)
Tourneen und Auftritte sind für Bands eine super Möglichkeit, Kontakt zu den Fans zu pflegen, ihr Können zu demonstrieren, neue Fans zu gewinnen und CDs und Merchandise zu verkaufen (eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle). Ihr solltet daher immer eine aktuelle Liste mit kommenden Auftritten an einer gut zugänglichen Stelle eurer Band-Homepage platzieren – und diese penibel pflegen. Auftritte von vor 2 Jahren? Raus! Termine der Tour, die in 6 Wochen startet? Unbedingt rein! Empfohlen ist auch ein Link zum Ticketkauf oder eine Kontaktadresse – macht es euren Fans so einfach wie möglich, euch live zu sehen.

 

4. Band-Bio und Pressebereich
Wie schon in unserem Artikel „7 Schritte zum perfekten Press-Kit für Bands und Musiker“ besprochen ist eine vollständige Band-Bio ein Ober-Muss für jede Band-Homepage. Diese ist nicht nur für Fans interessant, sondern auch für Blogger und Musikjournalisten, die über euch schreiben wollen. und Fragen, an denen ihr euch bei eurer Bio entlanghangeln könnt, sind: Wer, wo, wann, warum und wie? Beachtet aber, dass der Stil nüchtern und sachlich bleibt, sonst wirkt das Ganze schnell wie übertriebene eigene Lobhudelei. Auch ein Presse-Bereich sollte rein, in dem ihr alle Artikel, die über euch geschrieben wurden, sammelt.

 

5. Galerie
Eindeutig: Hier ist Platz für die Pics von euren Auftritten sowie professionelle Studiofotos – am besten etwas runtergerendert um die Ladezeiten kurz zu halten. Eine Galerie ist vor allem für Neu-Fans interessant, die sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von euch machen wollen.

 

6. Audio und Video
Falls ihr nicht bei einer Rechteverwertungsgesellschaft wie der GEMA angemeldet seid, könnt ihr über die Verbreitung eures Materials selbst entscheiden. Mit Embed-Links von Youtube und Soundcloud könnt ihr ganz einfach eure Videos und Songs zum Anschauen und Anhören auf eurer Homepage verfügbar machen. Solltet ihr bei der GEMA o.ä. angemeldet sein, wird das ganze schon etwas schwieriger. Wir empfehlen euch hierzu, zunächst einen Blick in den Essay von Marc Weissenberger zu werfen und euch im Zweifel direkt an den GEMA-Ansprechpartner eures Vertrauens zu wenden.

 

7. Downloadlinks zu iTunes, Amazon, etc.
Ihr wollt eure Musik verkaufen – macht es euren Fans leicht, sie zu finden! Platziert dazu die Links zu eurer Musik in den Stores an prominenter Stelle, am besten auf der Startseite eurer Band-Homepage.

 

8. Impressum und Kontaktdaten (für Booking, etc.)
Marc Weissenberger empfiehlt, neben der allgemeinen Kontaktemailadresse auch eine gesonderte Emailadresse speziell für Booking-Anfragen einzurichten – auch, wenn sich bei euch nur eine Person um alle Anfragen kümmert. Das hat den Grund, dass es nach außen für die Booker professioneller wirkt, und ihr auch eure Mails getrennt abrufen könnt und keine hochinteressante Bookinganfrage irgendwo untergeht. Ein ordentliches Impressum ist in Deutschland zudem unerlässlich, auch für eine Band-Homepage. Ohne das kann man sich ganz schnell eine Abmahnung einfangen.

 

9. SEO: passende Keywords
Von vielen unterschätzt wird immer noch die Findbarkeit in Suchmaschinen. SEO (Search Engine Optimization) sorgt dafür, dass eure Band-Homepage mit Keywords ausgerüstet wird, mit denen die User in Suchmaschinen suchen – und nach denen die Suchmaschinen entsprechend nach Inhalten fischen. Wenn jemand aus dem Ruhrgebiet eine lokale Synthie-Pop Band buchen möchte, dann gibt er vermutlich in Google „Synthie Pop Ruhrgebiet“ ein, oder „Synthie-Pop Band Ruhrgebiet“, etc. Sind die entsprechenden Keywords in eurem CMS (Content Management System z.B. WordPress) gut gewählt (vorausgesetzt, ihr seid eine Synthie-Pop Band aus dem Ruhrgebiet), dann kann dies dazu führen, dass ihr in Google gut gefunden werdet. Auch hier gilt: Unbedingt einlesen oder jemanden Fragen, der sich ein bisschen damit auskennt. Mit ein bisschen geschickt gemachter SEO könnt ihr enorm viel bewirken.

 

10. Social Media Anbindung
Viele Fans möchten gerne ständig auf dem Laufenden gehalten werden, was es bei euch neues gibt. Das kann natürlich über einen Newsletter geschehen (diesen bitte aber nicht inflationär verschicken), aber in der heutigen Zeit macht die Verbindung zu eurem gesamten Social Media Aufgebot (Facebook, Twitter, Instagram,…) fast mehr Sinn. Die meisten Anbieter bieten generell eine Vielzahl an Plugins an, die ihr sehr simpel in eure Band-Homepage einbauen könnt.

 

Habt ihr bereits Erfahrung mit einer eigenen Band-Homepage? Hausgemacht oder per Baukastensystem? Wie läufts mit der SEO? Habt ihr was auf eurer Seite, was wir hier vergessen haben? Und welche sind eure Lieblings-Band-Homepages? Kommentiert einfach unten 🙂

 

5 Antworten zu “Der Captain empfiehlt: 10 Dinge, die jede gute Band-Homepage braucht!”

  1. […] gleiche könnt ihr natürlich auf eurer Band-Homepage einrichten: Jeder, der sich für euren Newsletter registriert (der natürlich in nicht zu häufigen […]

  2. Jago sagt:

    Hallo auch,
    habe Euren gut gemachten Artikel gelesen (das sollten noch viel mehre Leute tun die ihre eigene Band vermarkten wollen). Unsere Band-Homepage (siehe Link) habe ich aus dem 1und1 Homepagebaukasten ganz individuell gemacht und 2008 damit begonnen. Die Homepage hat inzwischen über 45.000 Besucher gehabt und jeder fragt uns wer das macht und was sowas kostet. Kaum jemand vermutet, daß ich das alles ohne HTML-Kenntnisse fabriziert habe und man glaubt mir nicht, daß diese Homepage uns ganz 25,- Euro im Jahr kostet.
    Schaut Euch gern mal den Inhalt an und sagt mir, was noch fehlt oder was man boch optimieren sollte. Bitte nicht erschrecken über die vielen Bilder auf der Seite „Gigs“ (über 250 Bilder von unseren besten Konzerten) aber Veranstalter finden sowas immer gut (die Bilder habe ich alle runtergerechnet). Auch unser monatlich aktualisiertes Band-Tagebuch wird viel gelesen und seit Anfang 2012 haben wir auch Verlinkungen zu unseren Youtube-Videos die in den letzten 18 Monaten über 6.000 x angeklickt wurden.
    Auch wenn unsere Homepage sehr umfangreich (aber auch sehr informativ ist) hat diese Homepage von den 2 GB Speicherplatz erst 40% davon genutzt.
    Aber macht Euch selber ein Bild – über eine Kritik von Euch würde ich mich sehr freuen.

    Jago

  3. […] Ein schlauer Mensch namens Dave Cool gibt auf Hypebot einige gute Tipps, wie ihr Musik sinnvoll in eure Bandwebseite integrieren könnt. Wir haben hier für euch das Wichtigste aus diesem Artikel zusammengefasst. Alle Basics zum Thema „Band-Homepage“ findet ihr darüber hinaus in unserem Artikel „10 Dinge die jede gute Band-Homepage braucht„. […]

  4. Marc sagt:

    Vielen Dank für den interessanten Artikel. Auch eine gute SEO Optimierung ist für eine erfolgreiche Hochzeitsband wichtig, da man sonst kaum Chancen hat gesehen zu werden.

  5. Markus sagt:

    Danke für den tollen Artikel.
    Ich habe unsere Bandhomepage mit dem Telekom-Baukasten erstellt. Die Optik ist nicht mehr so ganz zeitgemäß aber die Seite ist sehr erfolgreich.
    Es funktioniert also auch so.
    Viele Grüße

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